Golden Tears

김혜련展 / Heryun Kim / 金惠蓮 / painting   2015_0213 ▶︎ 2015_0327 / 일요일 휴관

김혜련_your face (59 pieces of paper)_종이에 먹_각 92×122cm_2014

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김혜련 홈페이지_www.heryun-kim.com

초대일시 / 2015_0213_금요일_06:00pm

후원 / 통일부_국민체육진흥공단_소마미술관_한국해외문화홍보원

관람시간 / 12:30pm~07:00pm / 토요일_10:00am~03:00pm / 일요일 휴관

주독일한국문화원 Koreaisches Kulturzentrum Leipziger Platz 3, 10117 Berlin Germany Tel. +49.30.2695.2100 www.kulturkorea.org

Tränen verwandeln sich in gesegntes Wasser ● In den vergangenen 10 Jahren hat sich Kim Heryun eingehend mit der Landschaft eines geteilten Korea beschäftigt, und nun werden ihre jüngsten Gemälde 2015 im Koreanischen Kulturzentrum in Berlin gezeigt. Mit großer Sensibilität gegenüber der Geschichte schöpft Kim aus der Fülle von Kultur und schuf einen einzigartigen Malstil, der ihre Zeit reflektiert, die sie sowohl in Deutschland als auch in Korea verbracht hat. In dieser besonderen Ausstellung werden die Werke „His Face" (‚Sein Gesicht'), „Telephone" (‚Telefon') und „Tears" (‚Tränen') und damit eigens für das Koreanische Kulturzentrum geschaffene Arbeiten zu sehen sein. Das Koreanische Kulturzentrum befindet sich in der Nähe des Potsdamer Platzes, an dem die heute niedergerissene Berlin Mauer einst verlief. Dieser Ort ist repräsentativ für das diplomatische Streben nach einem zukünftig geeinten Korea. Für Frau Kim, die sich in diesen wenigen letzten Jahren so leidenschaftlich mit den Narben der Geschichte auseinandergesetzt hat, ist dieser Ort von besonderer Bedeutung: Es ist, als hätten die zahlreichen Reisen von Berlin nach Paju und zurück nach Berlin die Künstlerin in karmischer Absicht an den Originalschauplatz der Teilung zurückgeführt. ● Das zutiefst kontemplative Werk „His Face" umfasst eine Serie von 59, mit Tusche gezeichneten Meisterwerken, die das Erscheinungsbild einer einzelnen Person mutig zum Ausdruck bringen. Es ist eine wichtige Arbeit, die auch einen Wendepunkt für die Künstlerin markiert, die sich bis zu diesem Moment vornehmlich der Stillleben- und Landschaftsmalerei gewidmet hatte. Die in diesem Werk dargestellte Person ist ein Soldat, den die Künstlerin auf einem Foto entdeckt hatte – ein junger Mann, der in Panmunjeom innerhalb der Gemeinsamen Sicherheitszone (Joint Security Area, JSA), der militärischen Demarkationslinie, stationiert war, wo Nord und Süd aneinander ansehen wie in einem Spiegel. Das schöne Lachen des Soldaten, der ungezwungen an einer Kante steht, hinterlässt einen tiefen Eindruck. Kim malte das Gesicht dieses Soldaten mehrfach und mit sorgfältigen Strichen, als wäre sie von dem Lachen elektrisiert, als schriebe sie mit jedem Pinselstrich einen Brief, als legte sie eine beruhigende Hand auf eine Wunde, als wünschte sie das Beste. Die klaren und kräftigen Linien, die ohne jede Übertreibung die Konturen des Gemäldes schaffen, kreieren eine Bewegung in dem leeren Raum des Papiers und sehen aus, als könnten sie den Ausstellungsraum mit dem Klang von Lachen erfüllen.

김혜련_Golden Tears展_주독일한국문화원, Berlin_2015
김혜련_Golden Tears展_주독일한국문화원, Berlin_2015
김혜련_Direct Telefon_캔버스에 유채_180×180cm_2014

Im November 2014 habe es in Panmunjeom eine Installation von Kims „Last Barbed Wire – Sky Ladder (16 canvases)", (‚Letzter Stacheldraht – Himmelsleiter (16 Leinwände)') gegeben, die sie während des Sommers in Berlin fertigte. Die Vorführung war Teil einer Ausstellung mit dem Titel „Paju Peace Station" (‚Friedensstation Paju'), die vom Ministerium für Vereinigung gesponsert und von der Bookcity Culture Foundation organisiert wurde. Die JSA liegt geografisch in der Nähe von Seoul und Paju und ist mit dem Auto nur wenige Minuten entfernt. Als ein Gebiet, das ausländische Besucher anlockt, die neugierig sind, die weltweit letzte verbliebene Gegend des Kalten Krieges zu sehen, ein Gebiet, das für Koreaner ohne spezielles Verfahren nicht zugänglich ist, repräsentiert es sowohl Abwesenheit als auch Verlust. Es bedurfte der Bemühungen seitens der Regierung, die Präsentation der Landschaftsmalereien von Frau Kim in diesem politischen Bereich zu erlauben, der nur von wenigen Zivilpersonen besucht wird. Die Ausstellung diente als Mittel zum Abbau der Spannungen in den Beziehungen zwischen Nord und Süd und wurde in Übereinstimmung mit dem Glauben der Künstlerin an die Kraft der Malerei und im Einklang mit ihrer Entschlossenheit zusammengestellt, einen Beitrag zur Vereinigung zu leisten. ● „Himmelsleiter" ist ein Gemälde, auf dem erneut ein Stacheldraht dargestellt wird. Eine Dekade nach der erstmaligen Darstellung in dem Gemälde „The Imjingang River – A Wounded Landscape" (‚Der Imjingang-Fluss – Eine verwundete Landschaft') taucht dieses Motiv nun wieder auf. Während es sich bei ihren vorherigen Gemälden um wirklichkeitsnahe Darstellungen der Ufer des Flusses Imjingang handelte, um Ruminationen mit blauen Himmeln vor dem Hintergrund von Sonnenuntergängen, war der letzte, in Berlin gemalte Stacheldraht ein raues und gewalttätiges Porträt des Geistes, das einen dornigen Stacheldrahtstrauch darstellt, der frei durch die sedimentären Schichten der Vergesslichkeit der Koreaner wächst. ● „Während der Stacheldrahtzaun, den ich am Imjingang-Fluss sah, meinen Herz einen Stich versetzte", sagte Kim, habe Berlin „ein neiderfülltes Frösteln bis in die Knochen" ausgelöst. Dieser Schmerz wird in dem Gemälde „Direct Telephone" wieder spürbar, auf dem ein Nord und Süd direkt verbindendes Telefon dargestellt ist, und das zusammen mit dem Foto des Soldaten im Ausstellungszentrum von Panmunjeom zu sehen ist. Wie eine hellklingende Radiowelle auf einen Tauben trifft, erinnern uns die kurzen, zertrennten Linien und die rötlich-schwarze Palette an unsere abstoßenden Wunden, die unsere Blessuren ein weiteres Mal zum Vorschein bringen, lange nachdem sie entstanden sind.

김혜련_Golden Tears_캔버스에 유채_180×180cm_2014
김혜련_Direct Telephone(10 canvases)_캔버스에 유채_2014
김혜련_Golden Tears(21 canvases)_캔버스에 유채_2014

In der Tat, obwohl der Norden und der Süden nach der Befreiung wie zwei Spiegel nebeneinander bestanden, haben sie die Existenz des jeweils anderen gewissenhaft geleugnet. Sechzig Jahre sind seit dem Waffenstillstand vergangen, und wir sind allmählich unempfindlicher geworden für große und kleine militärische Konflikte und verhalten uns nun zynisch in Bezug auf das politische Ziel, das Problem der Teilung zu überwinden. Wie ein Teil eines absurden Spiels oder einer Inszenierung eines Films, ist die singuläre architektonische Struktur der JSA tatsächlich eine Metapher und Allegorie für eine surreale Gesellschaft, eine Gesellschaft, die den Stacheldraht an einem schönen Flussufer versteckt und jeden Sinn für Reue in Bezug auf die Teilung oder den Mord am eigenen Volk unterdrückt. Es stellt sich die Frage, ob für Frau Kim, die in Berlin studierte, als Deutschland noch geteilt war, und in Paju in der Nähe zum Norden lebte und arbeitete, die Probleme der Teilung und Vereinigung unvermeidbare ethische Angelegenheiten, die es darzustellen gilt? ● Inmitten dieses kalten Zynismus und der komplizierten historischen Bedingungen, antwortet Kim unschuldig mit Tränen in den Augen beim Anblick des lachenden nordkoreanischen Soldaten auf dem Foto. ● Diese Tränen, die über den Bereich der politischen Taktiken oder Strategien hinausreichen, sind eine malerische Förmlichkeit einer Künstlerin, die von einem wiedervereinigten Korea träumt. Mit dem Bewusstsein von Müttern früherer Zeiten, die frisch entnommenes Wasser aus dem Brunnen in Krüge gießen, ihre Hände falten und beten, überträgt Kim in beherzter Manier den Zauber mit ihrem Pinsel auf die Leinwand. Diese Tränen werden zunächst zu Amrita* und dann zu „goldenem Wasser"; mit einem Klang werden sie Risse bilden in der losgelösten Trennung und der fremden Stille. ● Amrita*, wie heiliges Wasser, das die Toten an den buddhistischen Altar führt ■ Kim Mi-jung

Vol.20150215b | 김혜련展 / Heryun Kim / 金惠蓮 / painting